Worum es bei EmpCo geht
EmpCo steht für „Empowering Consumers for the Green Transition“. Dahinter steckt die Absicht, Verbraucher besser vor irreführenden Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen zu schützen. Für die Gastronomie heißt das vor allem: Allgemeine Aussagen wie „nachhaltig“, „regional“ oder „klimafreundlich“ reichen künftig nicht mehr, wenn sie nicht konkret erklärt und nachvollziehbar gemacht werden. Die neue Linie ist eindeutig: weniger grüne Schlagworte, mehr belastbare Aussagen.
Warum das die Branche betrifft
Viele gastronomische Betriebe arbeiten längst ernsthaft an mehr Nachhaltigkeit: mit regionalem und saisonalem Einkauf, mehr pflanzlichen Angeboten, Bio-Produkten, weniger Lebensmittelverschwendung und einem bewussteren Umgang mit Energie und Ressourcen. Das Problem war oft nicht das Engagement, sondern die Art, wie darüber gesprochen wird. Genau hier setzt die EmpCo an. Die Richtlinie verbietet nachhaltiges Handeln nicht und auch nicht, darüber zu sprechen. Sie verlangt nur, dass Aussagen präziser, transparenter und im Zweifel belegbar sind.
Was das für Greentable bedeutet
Besonders sensibel ist der Umgang mit Nachhaltigkeitssiegeln und freiwilligen Kennzeichnungen. Nach der Richtlinie sind Nachhaltigkeitssiegel nur noch zulässig, wenn sie von staatlicher Stelle festgelegt wurden oder auf einem Zertifizierungssystem beruhen. Der deutsche Umsetzungstext konkretisiert zusätzlich, dass dazu öffentlich zugängliche Kriterien und eine angemessene Prüfung durch einen unabhängigen Dritten gehören.
Für Greentable ist das ein zentraler Punkt. Freiwillige Nachhaltigkeitssiegel und Kennzeichnungen haben in den vergangenen Jahren viel dazu beigetragen, nachhaltiges Engagement in der Gastronomie sichtbar zu machen. Daran ändert sich in der Sache nichts. Aber die Form der Kommunikation und Belegbarkeit muss sich ändern. Das bisherige Greentable-Siegel „Nachhaltige Gastronomie“ werden wir in dieser Form nicht fortführen können. Wir arbeiten aber derzeit schon an einer praktischen Lösung, damit unsere Mitglieder auch nach dem 27. September 2026 ihre Mitgliedschaft bei Greentable und ihr nachhaltiges Engagement rechtssicher und glaubwürdig kommunizieren können. Für uns ist das kein Rückzug, sondern eine notwendige Weiterentwicklung. Sichtbarkeit bleibt wichtig – aber eben in einer Form, die auch unter den neuen Spielregeln trägt.
Was Betriebe jetzt tun sollten
Für Gastronomen heißt das vor allem: die eigene Kommunikation jetzt prüfen. Wo werden allgemeine Begriffe verwendet? Was ist konkret belegt? Welche Aussagen auf Website, Speisekarte, Social Media, Flyern oder Fenstern sind zu pauschal? Wer mit „regional“, „nachhaltig“ oder „klimafreundlich“ wirbt, sollte künftig sehr genau sagen können, was damit gemeint ist und worauf sich die Aussage stützt. Genau darauf zielen die neuen Regeln ab.
Chance statt Rückschritt
Natürlich macht EmpCo die Kommunikation nicht einfacher. Aber aus meiner Sicht macht sie sie besser. Denn sie zwingt die Branche dazu, genauer hinzusehen und ehrlicher zu formulieren. Das ist anstrengender als ein grünes Schlagwort – aber am Ende glaubwürdiger. Wer Nachhaltigkeit ernst meint, hat in der Regel genug konkrete Maßnahmen, über die er sprechen kann. Genau diese Substanz sollte künftig im Mittelpunkt stehen.
Unser Fazit: Die EmpCo-Richtlinie ist kein Rückschritt für die nachhaltige Gastronomie. Sie ist ein Korrektiv gegen unpräzise Kommunikation – und damit auch eine Chance für alle, die es ernst meinen. Für Greentable und viele engagierte Betriebe ist sie ein klarer Auftrag, Nachhaltigkeit künftig noch konkreter, transparenter und belastbarer sichtbar zu machen. Genau das stärkt am Ende nicht nur das Vertrauen der Gäste, sondern auch die Glaubwürdigkeit der gesamten Branche.
Bild: KI-generiert





