Heute im Gespräch: Jürgen Waizenegger, Inhaber des Bio-Hotel Mohren.
Welche konkreten Maßnahmen hast du in deinem Betrieb umgesetzt, um nachhaltiger zu wirtschaften – und was würdest du Kolleginnen und Kollegen empfehlen, die gerade erst anfangen?
In unserem Betrieb setzen wir auf ein durchdachtes Farm-to-Table-Konzept mit hochwertigen Lebensmitteln direkt vom eigenen Biolandhof. Dazu gehören unter anderem Black Angus Weiderind, saisonales Wurzelgemüse, frische Kräuter aus dem Garten und Apfelsaft von Streuobstwiesen. Selbst fürs Heizen nutzen wir Hackschnitzel aus eigener Produktion.
Ergänzt wird unser Angebot durch Käse, Eier, Brot, Gemüse und Salate von regionalen Bio-Erzeugern, mit denen wir eng zusammenarbeiten. Unser Tipp an alle, die nachhaltiger wirtschaften wollen: Setzt – wo immer möglich – auf regionale Erzeuger, idealerweise in Bio-Qualität. Das stärkt nicht nur die lokale Wirtschaft, sondern schafft auch Vertrauen bei den Gästen.
Tipp: Setzt – wo immer möglich – auf regionale Erzeuger, idealerweise in Bio-Qualität. Das stärkt nicht nur die lokale Wirtschaft, sondern schafft auch Vertrauen bei den Gästen.
Was sind für dich die größten Herausforderungen und Chancen, wenn es um Nachhaltigkeit in der Gastronomie geht?
Die größte Herausforderung besteht für uns derzeit darin, dauerhaft regionale Lebensmittel in Bio-Qualität zu bekommen – verlässlich, saisonal und in ausreichender Menge. Gleichzeitig liegt genau hier auch die große Chance: Wer sich früh vernetzt und auf echte Partnerschaften setzt, kann langfristig erfolgreich und nachhaltig arbeiten.
Mit unserem Konzept möchten wir eine Brücke schlagen zwischen Mensch und Natur. Genuss, Austausch und Geselligkeit stehen dabei im Mittelpunkt. Das begeistert uns – und genau darin sehen wir unsere Rolle.
Bio Restaurant Mohren: frische, regionale Bio-Küche mit wertvollen Erzeugnissen vom eigenen Biolandhof und der Region
Wie stellst du dir die Gastronomie der Zukunft vor – und welche Rolle möchtest du selbst dabei spielen?
Wir sind überzeugt: Die Gastronomie der Zukunft wird sich weiter spezialisieren. Gleichzeitig sehen wir die Gefahr, dass Begriffe wie „regional“ oder „nachhaltig“ zunehmend zum Greenwashing verkommen. Betriebe, die Nachhaltigkeit ehrlich und mit viel Aufwand umsetzen, dürfen dabei nicht ins Hintertreffen geraten. Transparenz und Glaubwürdigkeit sind wichtiger denn je – für Gäste, die bewusst genießen wollen, und für eine Branche, die Zukunft haben soll.
Danke für das Gespräch!
Das Biohotel Mohren zeigt, wie nachhaltige Gastronomie gelingen kann – kreativ, wirtschaftlich und verantwortungsvoll. Wenn auch du Teil eines wachsenden Netzwerks nachhaltiger Gastronomiebetriebe werden möchten, informiere dich über eine Mitgliedschaft bei Greentable. Gemeinsam gestalten wir die Gastronomie von morgen.
Fotos: Bio-Hotel Mohren
Das Fachwerkhaus, in dem heute das „Bio-Hotel Mohren“ untergebracht ist, wurde 1712 von den Vorfahren der Betreiber erbaut. Die Küche des Spa-Hotels ist eine der wenigen in der Bodenseeregion mit 100 % Bio-Zertifizierung. Serviert werden saisonale, regionale Gerichte – von leichter Kost bis zur herzhaften Vesper. Zum Hotel gehört ein eigener Gutshof mit Aberdeen-Angus-Rindern, deren Fleisch im Restaurant angeboten wird. Geheizt wird mit Holz aus der eigenen Forstwirtschaft, Strom stammt vollständig aus Ökostromquellen – dafür trägt der Betrieb das Siegel „klimafreundlicher Betrieb“. Das „Mohren“ ist seit 2015 Mitglied bei Greentable.






